
Vergoldet, Doublé, Gold filled: wenig Gold, wenig Wert
Vieles, was golden glänzt, trägt nur eine dünne Goldschicht. Wie Sie vergoldeten Schmuck, Doublé, Gold filled und Vermeil erkennen und was Ankäufer dafür zahlen.
In fast jeder Schmuckschatulle liegen Stücke, die golden glänzen, aber nur wenig Gold enthalten. Vergoldete Ketten, -Uhren aus der Zeit der Großeltern oder amerikanischer Gold-filled-Schmuck sehen massivem Gold oft zum Verwechseln ähnlich. Beim Verkauf zeigt sich dann der Unterschied: Bezahlt wird das enthaltene Gold, und davon ist hier nur eine dünne Schicht vorhanden.
Massiv, beschichtet, plattiert: die Grundbegriffe
Massives Gold besteht durch und durch aus einer Goldlegierung. Sie erkennen es am Feingehaltsstempel, etwa 333, 585 oder 750. Bei beschichtetem Schmuck liegt das Gold dagegen nur auf der Oberfläche eines anderen Metalls. Dieses Grundmetall ist meist Messing, Kupfer oder Silber.
Wie die Goldschicht aufgebracht wird, entscheidet über ihre Dicke und damit über die Bezeichnung. Die wichtigsten Varianten sind die , die mechanische Plattierung mit den Bezeichnungen Doublé, oder Walzgold sowie , also vergoldetes Silber.
Galvanisch vergoldet: eine Schicht im Mikrometerbereich
Die galvanische Vergoldung ist die häufigste Form. Das Schmuckstück kommt in ein Bad mit gelöstem Gold, elektrischer Strom lagert das Gold als feine Schicht auf der Oberfläche ab. Die Dicke dieser Schicht wird in Mikrometern gemessen, ein ist ein Tausendstelmillimeter. Bei einfachem Modeschmuck ist die Schicht häufig dünner als ein Mikrometer.
Zur Einordnung helfen die Leitlinien der US-Handelsbehörde FTC, aus denen viele englische Kürzel stammen. Danach darf ein Stück nur dann „gold electroplate“ heißen, wenn die Schicht aus mindestens 10-karätigem Gold besteht und mindestens 0,175 Mikrometer Feingold entspricht. Für „heavy gold electroplate“, abgekürzt HGE, sind mindestens 2,5 Mikrometer vorgeschrieben. Auch das ist im Vergleich zu massivem Gold verschwindend wenig.
Typische Kennzeichnungen sind „vergoldet“, GP für gold plated, GEP für gold electroplated oder HGE. Manchmal steht eine Karatzahl daneben, etwa „18K GP“. Die Angabe bezieht sich dann nur auf die hauchdünne Schicht, nicht auf das ganze Stück. Ein Ring mit diesem Stempel ist kein 18-karätiger Goldring.
Doublé, Gold filled und Walzgold: mechanisch aufgebrachtes Gold
Beim Doublé wird eine Goldschicht nicht galvanisch, sondern mechanisch mit dem Grundmetall verbunden, traditionell durch Auflöten oder Aufwalzen auf ein Blech, das anschließend zu Schmuck verarbeitet wird. Die Schicht ist dadurch dicker und haltbarer als eine einfache Vergoldung. Doublé war lange beliebt für Uhrgehäuse, Ketten, Broschen und Manschettenknöpfe.
Im englischsprachigen Raum heißt vergleichbare Ware Gold filled, abgekürzt GF, oder Rolled Gold Plate, abgekürzt RGP. Nach den US-Leitlinien muss bei Gold filled die Goldauflage mindestens ein Zwanzigstel des Metallgewichts ausmachen und aus mindestens 10-karätigem Gold bestehen. Für Rolled Gold Plate genügt ein Vierzigstel. Ein Stempel wie „1/20 14K GF“ bedeutet also: Ein Zwanzigstel des Gewichts ist 14-karätiges Gold, der Rest ist unedles Metall.
Auf älteren Stücken finden Sie außerdem Aufschriften wie „Doublé“, „Plaqué or“, „Rolled Gold“ oder das Kürzel RG. Vorsicht: RG wird im deutschen Sprachraum auch für Rotgold verwendet. Entscheidend ist, ob zusätzlich ein Feingehaltsstempel wie 585 vorhanden ist. Im Zweifel klärt eine Prüfung, was vorliegt.
Vermeil: vergoldetes Silber
Vermeil bezeichnet vergoldetes Silber, meist Sterlingsilber mit dem Stempel 925. Die US-Leitlinien verlangen für diese Bezeichnung Sterlingsilber mit einer Schicht aus mindestens 10-karätigem Gold, die mindestens 2,5 Mikrometer stark ist. Im deutschen Handel wird der Begriff allgemein für vergoldetes Silber verwendet.
Beim Verkauf zählt bei Vermeil das Silber. Das Gold an der Oberfläche fällt kaum ins Gewicht. Ein vergoldeter Silberring wird also wie ein Silberring bewertet, nach Gewicht und Silbergehalt. Bei schweren Stücken wie vergoldetem Silberbesteck, Bechern oder großen Armreifen kann sich das durchaus lohnen.
Achten Sie auf die Zahl 925 auf goldfarbenem Schmuck: Sie steht für Silber, nicht für Gold. Solcher Schmuck wird manchmal missverständlich als „925 Gold“ angeboten. Der Goldanteil ist dabei gering, der Wert liegt im Silber.
| Bezeichnung | Aufbau | Typische Kennzeichnung | Wert beim Ankauf |
|---|---|---|---|
| Massivgold | durchgehend Goldlegierung | 333, 375, 585, 750, 999 | voller Goldanteil |
| Galvanisch vergoldet | dünne Goldschicht auf anderem Metall | vergoldet, GP, GEP, HGE | praktisch kein Goldwert |
| Doublé, Gold filled | mechanisch aufgebrachte Goldschicht | Doublé, 1/20 14K GF, RGP, Rolled Gold | geringer Goldanteil, oft kaum vergütet |
| Vermeil | vergoldetes Silber | 925, oft mit Hinweis auf Vergoldung | Silberwert |
| Modeschmuck | unedles Metall, oft beschichtet | meist keine | kein Metallwert |
Orientierung für Verkäufer. Ob und wie viel ein Ankäufer zahlt, hängt vom Einzelfall und von der Menge ab.
So erkennen Sie beschichteten Schmuck
- Stempel: Fehlt ein Feingehaltsstempel oder stehen Kürzel wie GP, GEP, HGE, GF, RGP, „vergoldet“ oder „Doublé“ dabei, ist das Stück nicht massiv.
- Abrieb: An Kanten, Verschlüssen und Ringschienen scheint bei Beschichtungen oft ein anderes Metall durch, rötlich bei Kupfer oder Messing, weißlich bei Silber.
- Verfärbungen: Grüne Spuren auf der Haut oder grünliche Stellen am Schmuck deuten auf Kupferlegierungen unter der Oberfläche hin.
- Gewicht: Massives Gold ist schwer. Ein großes, aber auffallend leichtes Stück ist oft hohl oder beschichtet.
- Magnet: Gold ist nicht magnetisch. Zieht ein Magnet das Stück an, steckt ein magnetisches Metall darin. Ein negativer Magnettest beweist dagegen nichts, weil auch Messing und Kupfer nicht magnetisch sind.
Kratzen, Feilen oder Säuretests auf eigene Faust sollten Sie unterlassen. Damit beschädigen Sie Stücke, die als Schmuck vielleicht noch einen Wert haben. Auch eine Röntgenfluoreszenzanalyse misst nur die Oberfläche und kann bei dicker Auflage massives Gold vortäuschen. Erfahrene Ankäufer prüfen bei Verdacht deshalb mit mehreren Methoden und fragen, bevor sie an einer unauffälligen Stelle anfeilen.
Lohnt sich der Verkauf?
Bei vergoldetem Modeschmuck lautet die ehrliche Antwort meist nein, jedenfalls beim Goldankauf. Die Goldmenge ist so gering, dass Ankäufer sie nicht vergüten. Für gut erhaltene, schöne Stücke kann ein Verkauf als Gebrauchtschmuck oder Vintage-Schmuck sinnvoller sein.
Bei Doublé und Gold filled hängt es von Menge und Anbieter ab. Manche Ankäufer nehmen größere Mengen zu einem Pauschalpreis an, viele lehnen ab. Bei Vermeil lohnt sich der Verkauf als Silber, wenn das Gewicht stimmt. Alte Doublé-Taschenuhren oder gut erhaltener Markenschmuck können für Sammler interessant sein, unabhängig vom Metallwert.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.


