
Goldmünzen verkaufen: Anlagemünzen und Sammlermünzen
Krügerrand, Maple Leaf oder Philharmoniker werden nahe am Goldwert gehandelt, bei Sammlermünzen zählen Seltenheit und Erhaltung. So verkaufen Sie Goldmünzen gut vorbereitet.
Goldmünzen gehören zu den Edelmetallen, die sich am einfachsten verkaufen lassen. Bekannte Münzen werden in großen Stückzahlen gehandelt, ihr Goldgehalt ist genau festgelegt, und Ankäufer können sie schnell prüfen. Bevor Sie verkaufen, lohnt sich aber ein genauer Blick: Eine wird anders bewertet als eine Sammlermünze, und ein falscher Handgriff kann Wert kosten.
Anlagemünze oder Sammlermünze: der wichtigste Unterschied
Eine Anlagemünze, oft auch Bullionmünze genannt, wird in hoher Auflage geprägt, um Gold in handlicher Form anzubieten. Ihr Preis folgt fast vollständig dem Goldpreis. Ob die Münze aus diesem oder jenem Jahr stammt, spielt in der Regel keine Rolle.
Bei einer Sammlermünze kommt zum Goldwert ein Aufschlag für Seltenheit, Erhaltung und Nachfrage unter Sammlern hinzu. Fachleute sprechen vom numismatischen Wert, nach der , der Münzkunde. Dieser Aufschlag kann gering sein oder ein Vielfaches des Goldwerts betragen. Er lässt sich nur durch einen Münzhändler oder einen Sachverständigen einschätzen.
Die bekanntesten Anlagemünzen im Überblick
Die meisten Anlagemünzen enthalten eine Gold, das sind 31,1035 Gramm reines Gold. Manche bestehen aus fast reinem Gold mit dem Feingehalt 999,9, andere aus einer Legierung mit 916,7 Tausendsteln, was 22 Karat entspricht. Diese Münzen sind etwas schwerer, enthalten aber ebenfalls genau eine Unze Feingold. Der Krügerrand zum Beispiel ist mit Kupfer legiert und wirkt deshalb leicht rötlich.
| Münze | Herkunft | Feingehalt | Gesamtgewicht | Feingold |
|---|---|---|---|---|
| Krügerrand | Südafrika, seit 1967 | 916,7 | 33,93 g | 31,10 g |
| Maple Leaf | Kanada, seit 1979 | 999,9 | 31,10 g | 31,10 g |
| American Eagle | USA, seit 1986 | 916,7 | 33,93 g | 31,10 g |
| Britannia | Großbritannien, seit 1987 | 999,9 | 31,10 g | 31,10 g |
| Wiener Philharmoniker | Österreich, seit 1989 | 999,9 | 31,10 g | 31,10 g |
| Känguru, auch Nugget | Australien | 999,9 | 31,10 g | 31,10 g |
Angaben für die Ausgabe zu einer Unze, Gewichte gerundet. Die Britannia wird erst seit 2013 in 999,9 geprägt, ältere Jahrgänge haben 916,7 und sind entsprechend schwerer. Die meisten Münzen gibt es auch in kleineren Stückelungen wie einer halben oder einer zehntel Unze.
Wie Anlagemünzen beim Verkauf bewertet werden
Für gängige Anlagemünzen veröffentlichen viele Händler tägliche Ankaufskurse. Diese liegen meist nahe am reinen Goldwert, weil die Münzen leicht zu prüfen und ohne Aufwand weiterzuverkaufen sind. Die Differenz zwischen dem Preis, zu dem ein Händler verkauft, und dem Preis, zu dem er ankauft, heißt . Er ist bei großen Münzen meist kleiner als bei kleinen Stückelungen.
Kleine Stückelungen wie die zehntel Unze sind beim Kauf vergleichsweise teuer, weil die Prägekosten im Verhältnis zum Goldgehalt stärker ins Gewicht fallen. Beim Verkauf erhalten Sie dafür oft einen etwas geringeren Anteil des Goldwerts als bei einer ganzen Unze. Rechnen Sie Angebote deshalb immer auf den enthaltenen Feingoldanteil um.
Bevor ein Ankäufer zahlt, prüft er die Münzen. Üblich sind Wiegen, das Messen von Durchmesser und Dicke und der Vergleich mit den Sollwerten. Viele Betriebe setzen zusätzlich die Röntgenfluoreszenz oder andere zerstörungsfreie Verfahren ein. Gerade bekannte Anlagemünzen werden auch gefälscht, diese Prüfung ist deshalb ein Zeichen von Sorgfalt und kein Misstrauen gegen Sie.
Goldmünzen, die bestimmte Bedingungen erfüllen, gelten in Deutschland als Anlagegold und sind nach § 25c Umsatzsteuergesetz von der Umsatzsteuer befreit. Dazu gehören ein Feingehalt von mindestens 900 Tausendsteln, eine Prägung nach dem Jahr 1800, die Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel im Ursprungsland und ein üblicher Verkaufspreis, der den Goldwert um höchstens 80 Prozent übersteigt. Das erklärt, warum solche Münzen so eng am Goldpreis gehandelt werden.
Kleine Kratzer oder Abnutzungsspuren mindern den Ankaufspreis bei Anlagemünzen meist nur wenig. Anders sieht es aus, wenn eine Münze verbogen, gelocht oder in eine Schmuckfassung eingearbeitet war. Dann prüfen Ankäufer genauer und ziehen oft etwas ab, weil die Münze nicht mehr wie eine gewöhnliche Anlagemünze weiterverkauft werden kann.
Nicht reinigen, richtig aufbewahren
Der häufigste Fehler bei Goldmünzen ist gut gemeint: Sie werden vor dem Verkauf geputzt. Bei Anlagemünzen bringt das nichts, bei Sammlermünzen kann es den Wert erheblich mindern, weil feine Kratzer und eine veränderte Oberfläche für Sammler ein Makel sind.
- Münzen nicht polieren, nicht mit Putzmitteln, Zahnpasta oder Tüchern bearbeiten.
- Münzen möglichst am Rand anfassen, nicht auf den Bildflächen.
- Originalkapseln, Röhrchen, Etuis und Zertifikate aufheben und mit verkaufen.
- Münzen in Kapseln einzeln lagern, damit sie nicht aneinander reiben.
Sammlermünzen: wenn Seltenheit und Erhaltung zählen
Gedenkmünzen, limitierte Auflagen und Münzen in besonderer Prägequalität können mehr wert sein als ihr Gold. Eine solche Qualität ist die , abgekürzt PP: Die Münze hat spiegelnde Flächen und matte Reliefs und wird meist in Kapsel und Etui ausgegeben. Bei diesen Stücken kommt es auf einen makellosen Zustand an.
Sammler beschreiben den Zustand einer Münze mit Erhaltungsgraden. Gängige Stufen reichen von „schön“ über „sehr schön“ und „vorzüglich“ bis „Stempelglanz“ für Münzen ohne Umlaufspuren. Schon eine Stufe Unterschied kann den Sammlerwert spürbar verändern. Überlassen Sie die Einstufung deshalb einem Fachmann, statt sie selbst zu schätzen.
Nicht jede als Sammlerstück verkaufte Prägung besteht aus massivem Gold. Manche sind Medaillen aus Silber mit Vergoldung oder enthalten nur sehr wenig Gold. Prüfen Sie deshalb das Zertifikat auf Angaben zu Feingehalt und Gewicht. Fehlen diese, hilft eine Prüfung durch einen Fachmann.
Für echte Sammlermünzen ist ein reiner Goldankauf oft nicht die beste Wahl. Ein Münzhändler, ein Auktionshaus mit numismatischer Abteilung oder ein Sachverständiger kann den Sammlerwert einschätzen. Holen Sie bei wertvollen Stücken mehrere Meinungen ein, bevor Sie sich entscheiden.
Schritt für Schritt zum Verkauf
- Bestand erfassen: Münzname, Land, Jahrgang, Stückelung und Anzahl notieren.
- Goldwert berechnen: Feingold je Münze mal Anzahl mal aktueller Goldpreis je Gramm.
- Sammlerwert klären: Bei Gedenkmünzen, alten Jahrgängen oder Stücken in Polierter Platte vorab einen Münzhändler fragen.
- Angebote vergleichen: mindestens zwei bis drei Angebote einholen und in Prozent vom Goldwert umrechnen.
- Ausweis bereithalten: Bei Barzahlungen ab 2.000 Euro sind Edelmetallhändler nach dem Geldwäschegesetz zur Identifizierung verpflichtet, viele Ankäufer verlangen den Ausweis immer.
- Beleg aufbewahren: Der Ankaufsbeleg sollte Münzart, Anzahl, Kurs und Gesamtpreis enthalten.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.


