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Aufgeschlagenes Münzalbum mit Goldmünzen, Lupe und BaumwollhandschuhenKI-generiert

Münzen und Barren

Historische Goldmünzen: 20 Mark, Vreneli, Sovereign, Dukaten

Alte Goldmünzen aus Kaiserreich, Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Österreich tauchen oft in Nachlässen auf. Was sie enthalten und wann ein Sammlerwert hinzukommt.

5 Min. Lesezeit · Stand 1. November 2026 · Redaktion

Ein Säckchen mit kleinen Goldmünzen, ein Etui mit einem oder ein paar Dukaten in der Schmuckschatulle: Historische Goldmünzen gehören zu den häufigsten Funden in Nachlässen. Viele stammen aus der Zeit, als Gold noch Zahlungsmittel war. Für den Verkauf ist vor allem eine Frage wichtig: Wird die Münze nach ihrem Goldgehalt bewertet, oder hat sie zusätzlich einen Sammlerwert?

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Warum alte Goldmünzen oft nach Goldgewicht gehandelt werden

Die meisten historischen Goldmünzen wurden in großen Stückzahlen geprägt. Gängige Jahrgänge sind deshalb nicht selten und werden im Handel ähnlich behandelt wie moderne Anlagemünzen. Ihr Preis richtet sich nach dem enthaltenen , also der Menge reinen Goldes, und liegt meist nahe am Goldwert.

Viele dieser Münzen erfüllen in Deutschland die Voraussetzungen für Anlagegold nach § 25c Umsatzsteuergesetz: Feingehalt von mindestens 900 Tausendsteln, Prägung nach 1800, früher gesetzliches Zahlungsmittel im Ursprungsland und ein Verkaufspreis, der den Goldwert um höchstens 80 Prozent übersteigt. Das erklärt, warum Händler sie wie Anlagemünzen führen. Ein Sammlerwert kommt nur bei seltenen Jahrgängen, Prägestätten oder besonders gut erhaltenen Stücken hinzu.

Die wichtigsten Münzen im Überblick

MünzeHerkunftGesamtgewichtFeingehaltFeingold
20 MarkDeutsches Kaiserreich7,965 g9007,168 g
10 MarkDeutsches Kaiserreich3,982 g9003,584 g
20 Franken VreneliSchweiz6,45 g9005,806 g
20 FrancsFrankreich und weitere Länder der Lateinischen Münzunion6,45 g9005,806 g
SovereignGroßbritannien7,988 g916,77,322 g
1 DukatÖsterreich3,49 g9863,44 g
4 DukatenÖsterreich13,96 g98613,76 g
100 KronenÖsterreich33,875 g90030,49 g

Sollgewichte, teils gerundet. Stark abgenutzte Münzen können etwas leichter sein.

Goldmünzen mit abstraktem Relief auf dunkelgrünem Samt neben einer MünzkapselKI-generiert
Goldmünzen mit abstraktem Relief auf dunkelgrünem Samt neben einer Münzkapsel

20 und 10 Mark aus dem Kaiserreich

Die Reichsgoldmünzen zu 10 und 20 Mark wurden von 1871 bis 1915 geprägt. Sie bestehen aus 900er Gold, also zu 90 Prozent aus Gold. Ein 20-Mark-Stück enthält 7,168 Gramm Feingold, ein 10-Mark-Stück 3,584 Gramm. Ausgegeben wurden sie von den einzelnen deutschen Bundesstaaten. Die Vorderseite zeigt meist den jeweiligen Landesherrn, bei den freien Städten wie Hamburg das Stadtwappen, die Rückseite den Reichsadler.

Ein kleiner Buchstabe auf der Münze verrät die Prägestätte, das , zum Beispiel A für Berlin. Die meisten Stücke stammen aus Preußen und sind häufig. Münzen kleinerer Bundesstaaten oder bestimmter Jahrgänge wurden dagegen nur in geringer Zahl geprägt und können ein Vielfaches des Goldwerts bringen. Ob Ihr Stück dazugehört, lässt sich mit einem Münzkatalog oder durch einen Münzhändler klären.

Vreneli und 20 Francs: der Standard der Lateinischen Münzunion

Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz schlossen sich 1865 zur Lateinischen Münzunion zusammen. Die Mitglieder prägten ihre Goldmünzen nach einem gemeinsamen Standard: Ein 20-Franken-Stück wiegt 6,45 Gramm bei einem Feingehalt von 900 und enthält damit 5,806 Gramm Feingold. Weitere Staaten übernahmen diesen Standard. Die bestand formal bis in die 1920er-Jahre.

Die französischen 20-Francs-Münzen werden im Handel oft einfach „Napoleon“ genannt, nach dem Porträt auf frühen Ausgaben. Die bekannteste Schweizer Goldmünze ist das Vreneli, ein 20-Franken-Stück mit einem Frauenkopf, das zwischen 1897 und 1949 mit Unterbrechungen geprägt wurde. Gängige Jahrgänge werden nahe am Goldwert gehandelt, einzelne Jahrgänge wie 1897 sind bei Sammlern deutlich gesuchter.

Sovereign: der britische Klassiker

Der Sovereign wird seit 1817 in unveränderter Spezifikation geprägt und ist bis heute erhältlich. Er wiegt 7,988 Gramm und besteht aus 22-karätigem Gold mit dem Feingehalt 916,7. Das ergibt 7,322 Gramm Feingold. Daneben gibt es den halben Sovereign mit der Hälfte des Gewichts.

Auf der Vorderseite ist der jeweilige Monarch abgebildet, auf der Rückseite häufig der heilige Georg mit dem Drachen. Gewöhnliche Jahrgänge werden wie Anlagemünzen bewertet. Ältere Stücke in sehr guter Erhaltung oder seltene Jahrgänge können darüber liegen.

Dukaten und Kronen aus Österreich: auf Nachprägungen achten

Österreichische Dukaten bestehen aus besonders reinem Gold mit dem Feingehalt 986. Der einfache Dukat enthält 3,44 Gramm Feingold, das 4-Dukaten-Stück, eine große, dünne Münze, 13,76 Gramm. Die 100-Kronen-Münze besteht aus 900er Gold und enthält rund 30,49 Gramm Feingold, also knapp eine Unze.

Wichtig für Verkäufer: Von diesen Münzen gibt es offizielle mit der Jahreszahl 1915, die über Jahrzehnte in großer Zahl hergestellt wurden. Tragen Ihre Dukaten oder Kronen die Jahreszahl 1915, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine solche Nachprägung. Sie wird zum Goldwert gehandelt. Originale aus anderen Jahrgängen können dagegen einen Sammlerwert haben.

Sammlerwert erkennen und richtig verkaufen

  • Jahrgang und Münzzeichen notieren: Beide sind entscheidend für die Seltenheit.
  • Erhaltung beachten: Kaum abgenutzte Münzen mit scharfen Details sind für Sammler wertvoller als stark umgelaufene Stücke.
  • Nicht reinigen: Polieren hinterlässt feine Kratzer und kann einen Sammlerwert zerstören.
  • Spuren von Fassungen ernst nehmen: Münzen, die als Anhänger getragen wurden, haben oft Löt- oder Henkelspuren und werden meist nur zum Goldwert angekauft.
  • Fachleute fragen: Bei unklaren oder vermutlich seltenen Stücken vor dem Verkauf einen Münzhändler oder Sachverständigen um eine Einschätzung bitten.

Auch historische Goldmünzen werden gefälscht. Seriöse Ankäufer prüfen deshalb Gewicht, Durchmesser, Prägebild und Material, häufig mit zerstörungsfreien Verfahren wie der Röntgenfluoreszenz. Weicht eine Münze deutlich von den Sollwerten ab, sollte sie genauer untersucht werden, bevor ein Preis genannt wird.

Für gängige Stücke genügt ein Edelmetallankauf, der historische Münzen kennt und für sie eigene Ankaufskurse nennt. Für seltene Stücke kommen Münzhändler oder Auktionshäuser mit numismatischer Abteilung infrage. Dort dauert der Verkauf oft länger, dafür wird ein Sammlerwert eher berücksichtigt.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Sind 20-Mark-Stücke Sammlermünzen oder Anlagegold?

Beides ist möglich. Die meisten 20-Mark-Stücke, vor allem aus Preußen, sind häufig und werden nahe am Goldwert gehandelt. Seltene Jahrgänge und Prägungen kleinerer Bundesstaaten können einen deutlichen Sammleraufschlag haben.

Was ist ein Vreneli?

Das Vreneli ist eine Schweizer 20-Franken-Goldmünze mit einem Frauenkopf, geprägt zwischen 1897 und 1949. Es wiegt 6,45 Gramm, hat den Feingehalt 900 und enthält 5,806 Gramm Feingold.

Woran erkenne ich eine Nachprägung?

Bei österreichischen Dukaten und 100-Kronen-Münzen weist die Jahreszahl 1915 meist auf eine offizielle Nachprägung hin. Diese Münzen sind echt und enthalten den vollen Goldgehalt, haben aber in der Regel keinen Sammlerwert.

Sollte ich alte Goldmünzen vor dem Verkauf polieren?

Nein. Polieren bringt beim Goldwert nichts und kann einen möglichen Sammlerwert stark mindern. Lassen Sie die Münzen so, wie sie sind, und bewahren Sie sie einzeln auf.

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